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Matcha

08.08.2014 Kommentare geschlossen

Der Matcha gehört zu den bekanntesten Teesorten Japans. Ursprünglich wurde er dort vor allem im Rahmen der Teezeremonie, einer alten japanischen Tradition, getrunken. Heutzutage allerdings wird dieser Tee insbesondere in den westlichen Ländern zu den Wellnessgetränken gezählt, was aufgrund seiner vielfältigen positiven Auswirkungen auf die Gesundheit auch nicht verwunderlich ist. Daher wage ich zu behaupten, dass nur mehr ein kleiner Teil der Gesamtproduktion im Rahmen der ursprünglichen Zeremonie getrunken wird.

Meiner Meinung nach sollte man diesen grünen Tee aber nicht auf die gesundheitliche Wirkung reduzieren. Guter Matcha besitzt nämlich auch ein recht herbes, zugleich aber auch unglaublich frisches Aroma – der Tee gehört sicher zu den besten Empfehlungen für Teeliebhaber.

Eine Besonderheit dieses grünen Tees ist die Tatsache, dass die dafür verwendeten Teeblätter nach der Ernte zu einem feinen Pulver gemahlen werden. Diesem Umstand verdankt diese Teesorte auch ihren Namen: Matcha bedeutet übersetzt soviel wie „gemahlener Tee“.

Matcha ist somit die fertig verarbeitete Version des Tenchas – des „noch zu mahlenden Tees“.

Anbau und Ernte

Angebaut werden die Teesträucher, deren Blätter später für den Matcha verwendet werden, als sogenannte Schattentees. Das heißt, dass die Felder auf denen diese Sträucher wachsen knapp drei bis vier Wochen vor der Ernte mit Strohmatten bedeckt werden.

Auf diese Weise wird die Sonneneinstrahlung um bis zu 90 Prozent reduziert, wodurch sich die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe der Teeblätter verändert – diesem Vorgang hat der Matcha seine „Süße“ zu verdanken.

Die Ernte der Blätter erfolgt üblicherweise ungefähr 88 Tage nach Beginn des japanischen Frühlings – also Anfang Mai. Dies geschieht dabei häufig noch per Hand, da nur so sichergestellt werden kann, dass nur die besten Blätter des Teestrauchs im fertigen Tee landen.

Produktion des Matchas

Direkt nach der Pflückung werden die Teeblätter in großen Maschinen mit Hilfe von heißem Wasserdampf erhitzt. Damit wird die Fermentation des Tees gestoppt und dafür gesorgt, dass dieser nicht zu einem Schwarztee wird.

Für die Zubereitung von Matcha benötigt man spezielles Zubehör

Für die Zubereitung des Matcha Tees wird spezielles Zubehör benötigt

Nach dem Erhitzen werden die Blätter dann mit Hilfe von warmer Luft getrocknet und im Anschluss daran in kleine Stücke geschnitten.

Auf diese Weise ist es einfacher, die für den Matcha nicht gebrauchten Blattbestandteile wie Stängel und Blattrippen auszusortieren – im fertigen Tee ist nämlich nur das „reine Blatt“ erwünscht. Dieses wird in diesem Zustand aber noch als Tencha bezeichnet.

Erst nach einem weiteren Arbeitsschritt, dem Mahlen der Blätter in kleinen Steinmühlen, wird der Tee als Matcha bezeichnet.

Qualität und Geschmack

Qualitativ gehört der Matcha sicher zu den besten japanischen Teesorten. Der Anbau als Schattentee, sowie die Sorgfalt beim Pflücken und Verarbeiten der Blätter sorgen für einen tollen Tee.

In Sachen Geschmack lässt sich der Matcha aber dennoch nicht mit den anderen Sorten von grünem Tee vergleichen, da bei diesem Tee das gesamte Blatt getrunken wird. So schmeckt er um einiges bitterer und herber als andere Sorten. Dies kann vor allem beim ersten Probieren für Irritationen sorgen.

Aber nicht ermutigen lassen: Nach ein bis zwei Tassen ist man den Tee gewohnt und nimmt die große Anzahl an feinen Aromen erst so richtig war.

Zubereitung

Wie weiter oben bereits erwähnt wird der Matcha auf eine einzigartige Weise zubereitet – hier werden die Teeblätter nämlich nicht zum „Ziehen“ ins Wasser gegeben, sondern direkt mit diesem vermischt.

Diese besondere Form der Zubereitung erfordert dabei auch spezielles Zubehör:

Der Matcha Besen besitzt 80 bis 120 Borsten

Mit dem Matchabesen wird das Pulver unter das Wasser gerührt

So wird für die optimale Dosierung des Pulvers ein besonderer Bambuslöffel verwendet. Mit diesem gibt man in etwa 2 bis 3 Gramm Matcha in eine große Schale und gießt dieses mit etwa 60° Celsius heißem Wasser auf.

Anschließend muss das Wasser und das Pulver mit Hilfe eines kleinen Bambusbesens so lange vermischt werden, bis sich auf der Oberfläche ein feiner Schaum bildet. Erst dann ist der Matcha fertig.

Sonstiges

Da ein zu Pulver geriebener Tee wie der Matcha sehr schnell an Geschmack verlieren kann, ist es wichtig auf eine korrekte Lagerung zu achten.
Aus diesem Grund muss der Matcha immer in luftdichten Behältern aufbewahrt werden – im Optimalfall sogar im Kühlschrank bei einer niedrigen und gleichmäßigen Temperatur.

Kukicha

19.05.2014 Kommentare geschlossen

Der Kukicha ist ein grüner Tee aus Japan. Dieser ist relativ ungewöhnlich, da er zu einem großen Teil aus den Stängeln, den Blattrippen und anderen selten benutzen Teilen der Teepflanze besteht. Die Bestandteile wurden dabei im Laufe des Verarbeitungsprozesses von anderen Teesorten, wie Gyokuro und Sencha, aussortiert und in diesem Tee wiederverwendet.

Dieser Eigenart verdankt der Kukicha auch seinen Namen. Kukicha bedeutet nämlich übersetzt soviel wie „Stängeltee“.

Der hohe Anteil an Stängeln verleiht dem Kukicha dabei einen recht milden und angenehm sahnigen Geschmack. Dieses besondere Aroma kann erzielt werden, weil die Inhaltsstoffe in den unterschiedlichen Pflanzenteilen der Teepflanze auch unterschiedlich stark angereichert sind. So werden in den Stängeln weniger Bitterstoffe und weniger Koffein gebildet, als in den Knospen oder in den normalen Blättern.

Anbau und Ernte

Wie bereits erwähnt wird dieser grüne Tee aus den Stängeln und anderen Blattteilen gemacht, welche bei der Verarbeitung zu anderen Teesorten aussortiert werden.
Darum werden für die Produktion von Kukicha logischerweise keine eigenen Teegärten unterhalten. Der Tee stammt somit meist von den Feldern der Sencha, Gyokuro und Kabusecha Ernten.

Produktion

Nach der Ernte durchlaufen die Bestandteile des Kukicha zunächst dieselben Arbeitsprozesse wie alle anderen japanischen Grüntees.
So werden die Blätter zu allererst in heißem Wasserdampf erhitzt, um die Fermentation zu stoppen. Anschließend werden diese dann maschinell gerollt und per Heißluft getrocknet. Nach dem Trocknen werden die Teeblätter gesiebt und sortiert.

Da Japaner an ihren Tee nicht nur hohe geschmackliche, sondern auch optische Anforderungen stellen, wird im „Land der aufgehenden Sonne“ darauf geachtet, dass die abgepackten Teeblätter ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Das bedeutet, dass insbesondere bei teuren, grünen Tees, die zu großen oder zu kleinen Blätter, aber auch die Stängel, Blattknospen und das übrige Pulver aussortiert werden.

Diese Teile der Teepflanze ergeben aber immer noch einen wunderbaren Tee. Daher werden Sie gesondert abgepackt und als Kukicha verkauft – so wird nichts verschwendet.

Qualität und Geschmack

Da Kukicha sich somit nicht allzu stark von den anderen japanischen Teesorten unterscheidet und im Grunde nur aus anderen Teilen derselben Ernten besteht, ähnelt er seinen „Muttertees“ meist auch in geschmacklicher und qualitativer Hinsicht – nur mit einem meist etwas milderem und cremigerem Aroma.

So schmecken manche Kukichas oft einfach wie gewöhnliche Sencha-Tees. Aber jene Tees, die von hochwertigen Sorten wie Gyokuro und Kabusecha stammen, gelten als absolut hochwertig und überzeugen auch in Sachen Aroma und Geschmack. Diese hochwertigen Stängeltees werden häufig aber auch unter dem Namen Karigane (雁ヶ音) verkauft und lassen sich dadurch leicht von den gewöhnlichen Kukichas unterscheiden.

Zubereitung

Die Zubereitung von Kukicha entspricht für gewöhnlich der des normalen Sencha. So stellt ein gestrichener Teelöffel Blattgut, welches bei knapp 80° Celsius aufgebrüht wird, einen guten Orientierungspunkt hinsichtlich der optimalen Menge an Tee dar.

Die Angaben zur optimalen Ziehzeit hingegen schwanken teilweise erheblich. Ich persönlich habe mit einer Zeit zwischen 90 und 120 Sekunden aber die besten Erfahrungen gemacht.

Prinzipiell gilt aber auch bei diesem Tee die häufig zitierte Faustregel, wonach höhere Qualitäten bei niedrigeren Temperaturen und einer etwas längeren Ziehzeit zubereitet werden sollten. Für einen richtig guten Karigane sind somit 60° Celsius ideal.

Sonstiges

Da Kukicha aus den aussortierten Teilen der Hauptees besteht, ist er in der Regel auch relativ günstig. Für all jene, die ihr Budget also schonen und dennoch nicht auf einen absolut hochwertigen Tee verzichten möchten, ist dieser Tee ein Geheimtipp – in dieser niedrigen Preisklasse bieten nur wenige andere Teesorten einen ähnlich gutes Geschmackserlebnis.

Nicht umsonst spricht man beim Kukicha oft auch vom „Gyokuro für Arme“.

Kabusecha

05.05.2014 Kommentare geschlossen

Der Kabusecha ist ein grüner Tee aus Japan. Dieser wird aus Teesträuchern gewonnen, die knapp vor der Ernte für ungefähr 7 bis 10 Tage mit Hilfe von Netzen abgedeckt werden, um den Tee vor dem Sonnenlicht zu schützen.

Diesem Umstand hat der Kabusecha auch seinen Namen zu verdanken. „Kabuse“ bedeutet in etwa „Umhüllen“, womit man den Kabusecha im Deutschen wohl auch als „umhüllten Tee“ bezeichnen könnte. Dieses Bedecken und die damit verbundene niedrigere Sonneneinstrahlung verleihen dem grünen Tee ein besonders grasiges Aroma. Zudem vermindert das Umhüllen die Bildung von Bitterstoffen, was den Tee bekömmlicher macht.

Anbau und Ernte

Angebaut wird der Kabusecha auf dafür eigens angelegten Plantagen, auf denen er zunächst unter voller Sonneneinstrahlung aufwächst. Erst 7 bis 10 Tage vor der Pflückung werden die Teesträucher dann mit den sogenannten Kabusen umhüllt.

Anders als beim Anbau von Gyokuro und Tencha aber, werden beim Kabusecha nicht die ganzen Plantagen, sondern die einzelnen Teesträucher separat umhüllt. Auf diese Weise versucht man jene Lichtverhältnisse, unter denen der Tee in der freien Natur aufwachsen würde, so gut es geht zu imitieren. So erhält dieser Tee ein natürliches und frisches Aroma.

Produktion

Die Weiterverarbeitung findet dann aber wieder auf die für Japan typische Art und Weise statt. So werden die gerade geernteten Teeblätter zunächst mit heißem Wasserdampf erhitzt, damit die Fermentation gestoppt wird.

Anschließend rollt man die die Blätter mit Hilfe von Maschinen um deren Zellwände aufzubrechen. So gibt der Tee beim Aufbrühen sein Aroma leichter und schneller an das Wasser ab. Zum Abschluss wird der Kabusecha dann noch mit heißer Luft getrocknet und schließlich luftdicht verpackt.

Qualität und Geschmack

Qualitativ gehört der Kabusecha sicher zu den besten Grünteesorten Japans und kann auch dem Vergleich mit den besten Sorten aus China problemlos statthalten.

Das Imitieren der natürlichen Lichtverhältnisse verleiht dem Tee nämlich einen angenehm süßen und nussigen Geschmack. Vom Sencha unterscheidet er sich dabei vor allem durch eine geringere Bitterkeit und ein breiteres Spektrum an feinen Aromen. Zudem zeichnet sich der Kabusecha durch einen vergleichsweise hohen Gehalt an Chlorophyll, Karotin, Theanin und Koffein aus.

Zubereitung

Zubereitet wird dieser grüne Tee recht unspektakulär. So wird der Kabusecha in ungefähr 60° bis maximal 75° heißem Wasser knapp zwei Minuten lang aufgebrüht. Entscheidend ist hierbei vor allem die Wassertemperatur. Wenn diese zu hoch ist verliert der Tee in der Regel einen großen Teil der feineren Aromen und schmeckt relativ fad.

Zudem sollte man bei der Zubereitung von solch hochwertigen Tees auf eine angemessene Wasserqualität achten. Ein zarter und milder Tee wie der Kabusecha kann sich in hartem Wasser nämlich nicht richtig entfalten.

Sonstiges

Kabusecha wird in Japan nicht zu den Alltagstees gezählt. Das bedeutet, dass er für gewöhnlich nur zu besonderen Anlässen zubereitet wird und nicht um sich nach dem Essen damit den Mund zu spülen.

Dies sollte man meiner Meinung nach auch hierzulande berücksichtigen und dem Tee beim Trinken eine gewisse Achtsamkeit entgegenbringen. Nur wer solchen Tees seine ganze Aufmerksamkeit schenkt, kann die Vielfalt der Aromen erkennen und den Kabusecha richtig genießen.

Bancha

30.09.2013 Kommentare geschlossen

Der Bancha ist eine Sorte von grünem Tee, welche hierzulande aufgrund der doch recht dürftigen Qualität nicht allzu oft getrunken wird – der Import lohnt sich wohl nicht wirklich. In Japan hingegen hat Bancha viele Fans und wird dank des niedrigen Preises vor allem im Alltag gerne getrunken. Er ist, nach dem Sencha, der Tee mit dem zweithöchsten Marktanteil im „Land der aufgehenden Sonne“.

Dies liegt wohl, wie bereits erwähnt, vor allem an der Tatsache, dass der Bancha aufgrund der eher mäßigen Qualität nicht allzu teuer ist. Ein weiterer Faktor der zu seiner Beliebtheit beitragen dürfte ist allerdings auch sein im Vergleich zu anderen Teesorten sehr niedriger Koffeingehalt. Dieser Grüne Tee enthält nämlich knapp 60% weniger Koffein. Damit zählt er zu einer der wenigen Sorten, welche auch am Abend getrunken werden können ohne die Nachtruhe zu beeinträchtigen.

Anbau und Ernte

Bancha und Sencha werden auf denselben Feldern geerntet und bleiben, anders als zum Beispiel der Halbschattentee Gyokuro, während der ganzen Wachstumsperiode der Sonne ausgesetzt.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Grünteesorten besteht darin, dass Sencha aus der ersten und oft auch aus der zweiten Pflückung der Teesträucher gewonnen wird. Für die Produktion von Bancha hingegen werden die Teeblätter der letzten Ernte, sowie überschüssige Blätter des Senchas verwendet.

Wie bei allen Teesträuchern gilt auch hier die erste Pflückung, welche bei uns oft als „First Flush“ bezeichnet wird, als die qualitativ hochwertige, da die Blätter der Sonne während des Wachstums weniger ausgesetzt waren und dadurch feinere Aromen herausbilden. Bancha, als die „spätere Sorte“, ist somit im Vergleich zum Sencha recht arm an Aromen und herber im Geschmack.

Produktion

Anders als bei den chinesischen Grüntees werden die japanischen Variationen für gewöhnlich nicht geröstet. Die Oxidation der gepflückten Blätter wird somit auch beim Bancha durch kurzes Erhitzen im Wasserdampf gestoppt.

Anschließend werden die Teeblätter in Maschinen gerollt und mit heißer Luft getrocknet.

Qualität und Geschmack

Wie bereits erwähnt gehört Bancha in qualitativer und geschmacklicher Hinsicht nicht zu den besten Tees. Auf diesen Sachverhalt lässt auch der Name der Sorte schließen. Das Wort Bancha kann man nämlich in die beiden Silben „Ban“ und „Cha“ unterteilen, welche zusammen in etwa „gewöhnlicher Tee“ bedeuten.

Der dem Sencha ansonsten recht ähnlich schmeckende Bancha verfügt somit nicht über die große Anzahl an feinen Aromen und schmeckt relativ herb mit einer stark erdigen Note – gut, aber geschmacklich von edleren Sorten weit entfernt!

Zubereitung

Wie bei den meisten Grünen Tees üblich, wird auch Bancha mit heißem Wasser bei einer Temperatur von ungefähr 70° bis 80° Celsius zubereitet, wobei diese einfache Sorte den Vorteil bietet, dass sie auch mit härteren Wasser zubereitet werden kann.

Die notwendige Ziehdauer hingegen kann je nach Sorte zwischen einer und zweieinhalb Minuten schwanken. Länger dürfen die Blätter aber auf keinen Fall im Wasser bleiben, denn ab drei Minuten wird Bancha sehr schnell bitter.

Sonstiges

Ein großer Vorteil des Banchas ist die Tatsache, dass dieser grüne Tee im Vergleich zu anderen Teesorten eher wenig Koffein enthält. Aus diesem Grund ist Bancha einer der wenigen Tees, den man eventuell auch älteren Kindern servieren könnte.

Sencha

30.09.2013 Kommentare geschlossen

Wenn man vom typischen japanischen Tee spricht ist meist die Rede vom Sencha. Dieser grasig schmeckende grüne Tee gilt als Alltagstee des Japaners und nimmt fast dreiviertel der jährlichen Teeproduktion im „Land der aufgehenden Sonne“ ein. Serviert und getrunken wird der Sencha zu allen erdenklichen Anlässen, was leider auch ein Beleg für die Vielfalt der erhältlichen Qualitäten ist.

So ist der größte Teil der Produktion dieser Teesorte eher dem unteren Preissegment zuzuordnen und wird oft als Tee zum Essen gereicht. Richtig gute Senchas, welche sehr hohe Preise auf Auktionen erzielen können, werden hingegen meist nur bei besonderen Anlässen serviert.

Sencha – einer der beliebtesten Grünen Tees im Detail

Der Name Sencha lässt sich in die zwei Silben „Sen“ (Dampf) und „Cha“ (Tee) trennen. Das heißt, dass sich dieser Tee als gedampfter Tee übersetzen lässt. Anahnd des Namens kann man also direkt auf das Produktionsverfahren des Tees schließen – mehr dazu finden Sie aber weiter unten.

Anbau und Ernte

Sencha wird in jeder teeerzeugenden Präfektur Japans angebaut. Das bedeutet, dass sich teils gravierende Unterschiede bezüglich der Erntezeit ergeben. So kann dieser grüne Tee in manchen wärmeren Regionen bereits im April gepflückt werden, wohingegen die erste Ernte in den kälteren Gegenden klimatisch bedingt erst ein paar Wochen später stattfinden kann.

Der Sencha gehört, anders als so manche andere der japanischen Grünteesorten (Beispiele wären Gyokuro und Tencha), nicht zu den sogenannten Halbschatten- oder Schattentees. Das heißt, dass er nicht auf bedeckten Feldern kultiviert wird, sondern auf offenen Anbaufeldern bis zur Ernte der Sonne ausgesetzt bleibt. Dies führt zu im Vergleich drastisch höheren Bitterstoffwerten und zu einem niedrigeren Chlorophyll-Gehalt des Tees.

Produktion

Wie bereits in der Einleitung erwähnt kann man beim Sencha direkt vom Namen des Tees auf das zugrunde liegende Produktionsverfahren schließen. Der Name „Dampftee“ oder „gedämpfter Tee“ bedeutet, dass die Blätter nach dem Pflücken nicht – wie in China üblich – geröstet werden. In Japan stoppt man den Oxidationsprozess der Teeblätter nämlich für gewöhnlich durch das Erhitzen in heißem Wasserdampf. Die Teeblätter werden durch das Dämpfen somit „konserviert“.

Qualität und Geschmack

Die Breite an erhältlichen Qualitäten ist beim Sencha Tee relativ weit gestreut. So können, je nach Erntezeitpunkt (die ersten Pflückungen im Frühjahr sind die Besten) und Anbaugebiet absolute Spitzenqualitäten, die zu Höchstpreisen verkauft werden, produziert werden. Oft unterscheidet sich dieser grüne Tee aber auch nicht von einem gewöhnlichen Bancha und taugt lediglich als Alltagstee.

Dank des enormen Produktionsvolumens kann man aber auch geschmacklich beim Sencha Tee teilweise recht große Unterschiede feststellen. In der Regel überzeugt der Tee aber mit einem milden, sehr grasigen Aroma und einem feinen Anklang von Kräutern, sowie einer leichten Süße.

Zubereitung

Zubereitet wird Sencha, wie die meisten der anderen japanischen Grüntees auch, mit 60° bis 80° Celsius heißem Wasser. Hierbei gilt, dass die Wassertemperatur bei hohen Qualitäten niedriger sein sollte, als bei günstigerem Tee.

Die optimale Ziehdauer liegt je nach Sorte und Qualität irgendwo zwischen einer und zwei Minuten.

Sonstiges

Wie bereits erwähnt wird die höchste Qualität beim Sencha – ähnlich wie bei den meisten anderen Teesorten auch – bei der ersten Pflückung erzielt. Diese Tees werden oft als sogenannte „Shincha-Tees“ (新茶 – japanisch für „neuer Tee“) bezeichnet und sind in Japan oft bereits im Mai ausverkauft. Falls Sie eine solche Rarität günstig ersteigern können, sollten Sie die Chance somit auf jeden Fall nutzen!