Bancha Tee

Ein in Japan äußerst beliebter Grüner Tee ist der Bancha. Diese bei uns aufgrund ihrer niedrigeren Qualität nicht allzu bekannte Sorte, wird vor allem zu alltäglichen Anlässen gerne serviert und schmeckt dem etwas hochwertigeren Sencha sehr ähnlich.


Name:Bancha (番茶)

Anbaugebiet:Japan

Erntezeit:Mai bis Juli

Geschmack:mild bis herb und etwas erdiger als Sencha

Qualität:einfacher Tee mit niedriger Qualität

Zubereitung:1 gestrichener Teelöffel pro Tasse bei 60° bis 90° Celsius

Ziehzeit:2 – 3 Minuten

Tassenfarbe:grün bis gelblich


Der Bancha ist eine Sorte von grünem Tee, welche hierzulande aufgrund der doch recht dürftigen Qualität nicht allzu oft getrunken wird – der Import lohnt sich wohl nicht wirklich. In Japan hingegen hat Bancha viele Fans und wird dank des niedrigen Preises vor allem im Alltag gerne getrunken. Er ist, nach dem Sencha, der Tee mit dem zweithöchsten Marktanteil im „Land der aufgehenden Sonne“.

Dies liegt wohl, wie bereits erwähnt, vor allem an der Tatsache, dass der Bancha aufgrund der eher mäßigen Qualität nicht allzu teuer ist. Ein weiterer Faktor der zu seiner Beliebtheit beitragen dürfte ist allerdings auch sein im Vergleich zu anderen Teesorten sehr niedriger Koffeingehalt. Dieser Grüne Tee enthält nämlich knapp 60% weniger Koffein. Damit zählt er zu einer der wenigen Sorten, welche auch am Abend getrunken werden können ohne die Nachtruhe zu beeinträchtigen.

Anbau und Ernte

Bancha und Sencha werden auf denselben Feldern geerntet und bleiben, anders als zum Beispiel der Halbschattentee Gyokuro, während der ganzen Wachstumsperiode der Sonne ausgesetzt.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Grünteesorten besteht darin, dass Sencha aus der ersten und oft auch aus der zweiten Pflückung der Teesträucher gewonnen wird. Für die Produktion von Bancha hingegen werden die Teeblätter der letzten Ernte, sowie überschüssige Blätter des Senchas verwendet.

Wie bei allen Teesträuchern gilt auch hier die erste Pflückung, welche bei uns oft als „First Flush“ bezeichnet wird, als die qualitativ hochwertige, da die Blätter der Sonne während des Wachstums weniger ausgesetzt waren und dadurch feinere Aromen herausbilden. Bancha, als die „spätere Sorte“, ist somit im Vergleich zum Sencha recht arm an Aromen und herber im Geschmack.

Produktion

Anders als bei den chinesischen Grüntees werden die japanischen Variationen für gewöhnlich nicht geröstet. Die Oxidation der gepflückten Blätter wird somit auch beim Bancha durch kurzes Erhitzen im Wasserdampf gestoppt.

Anschließend werden die Teeblätter in Maschinen gerollt und mit heißer Luft getrocknet.

Qualität und Geschmack

Wie bereits erwähnt gehört Bancha in qualitativer und geschmacklicher Hinsicht nicht zu den besten Tees. Auf diesen Sachverhalt lässt auch der Name der Sorte schließen. Das Wort Bancha kann man nämlich in die beiden Silben „Ban“ und „Cha“ unterteilen, welche zusammen in etwa „gewöhnlicher Tee“ bedeuten.

Der dem Sencha ansonsten recht ähnlich schmeckende Bancha verfügt somit nicht über die große Anzahl an feinen Aromen und schmeckt relativ herb mit einer stark erdigen Note – gut, aber geschmacklich von edleren Sorten weit entfernt!

Zubereitung

Wie bei den meisten Grünen Tees üblich, wird auch Bancha mit heißem Wasser bei einer Temperatur von ungefähr 70° bis 80° Celsius zubereitet, wobei diese einfache Sorte den Vorteil bietet, dass sie auch mit härteren Wasser zubereitet werden kann.

Die notwendige Ziehdauer hingegen kann je nach Sorte zwischen einer und zweieinhalb Minuten schwanken. Länger dürfen die Blätter aber auf keinen Fall im Wasser bleiben, denn ab drei Minuten wird Bancha sehr schnell bitter.

Sonstiges

Ein großer Vorteil des Banchas ist die Tatsache, dass dieser grüne Tee im Vergleich zu anderen Teesorten eher wenig Koffein enthält. Aus diesem Grund ist Bancha einer der wenigen Tees, den man eventuell auch älteren Kindern servieren könnte.