Anbau, Ernte und Produktion von japanischem Bancha Tee

Japan gilt für viele als das Land des Grünen Tees. In keiner anderen Nation wird dieser so geschätzt und in so vielen verschiedenen Variationen zubereitet wie im „Land der aufgehenden Sonne“.


BanchaBancha Blätter Blattbild

Ein in Japan äußerst beliebter Grüner Tee ist der Bancha. Diese bei uns aufgrund ihrer niedrigeren Qualität nicht allzu bekannte Sorte, wird vor allem zu alltäglichen Anlässen gerne serviert und schmeckt dem etwas hochwertigeren Sencha sehr ähnlich.

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Eine bei Japanern sehr beliebte Sorte von grünem Tee ist dabei der sogenannte Bancha. Neben dem Sencha, welcher für ungefähr 75 Prozent der Teeproduktion sorgt, ist dieser der zweitbeliebteste Tee der Nation. Doch nicht nur in Sachen Beliebtheit, sondern auch bezüglich Anbau, Ernte und Verarbeitung unterscheiden sich diese beiden Teesorten nicht allzu stark.

Anbau von Bancha

Bancha und Sencha werden auf den gleichen Feldern angebaut, welche das ganze Jahr über der Sonne ausgesetzt bleiben. Das heißt, dass die Teesträucher nicht, wie bei manchen Halbschattentees üblich, drei Wochen lang zugedeckt werden. Doch diese beiden Tees haben noch etwas gemeinsam – sie teilen sich nämlich auch die Teesträucher.

Der Unterschied zwischen Bancha und Sencha besteht lediglich im Zeitpunkt der Ernte.

Die Ernte

Als Sencha wird nämlich die erste Ernte der auf offenen Feldern kultivierten Teesträucher bezeichnet. Diese, bei uns häufig „First Flush“ genannte Pflückung wird meist im April und spätestens im Mai eingebracht und zeichnet sich durch eine Vielzahl an feinen Aromen und eine hohe Qualität aus.

Als Bancha hingegen werden die fertig verarbeiteten Blätter der späteren Pflückungen bezeichnet, welche im Juni, Juli und oft auch noch im August geerntet werden. Diese Teeblätter, die nach dem „First Flush“ nachwachsen, sind einer höheren Sonneneinstrahlung ausgesetzt und bilden dadurch einen komplett anderen Geschmack aus.

So wird durch die zusätzlichen Sonnenstunden zum Beispiel ein höherer Anteil an Gerbstoffen gebildet, der dem Tee eine gewisse Bitterkeit verleiht. Viele andere, feinere Aromen bleiben hingegen auf der Strecke.

Verarbeitung des Grüntees

Nach dem Pflücken wird Bancha, wie fast alle anderen japanischen Grüntees auch, kurz mit Dampf erhitzt, um die Oxidation der Teeblätter zu verhindern und sie zu „konservieren“. Anschließend wird der Tee maschinell gerollt, um die Pflanzenfasern aufzubrechen. Später werden die Teeblätter noch mit Heißluft getrocknet und luftdicht verpackt.

Ein kleiner Teil der Bancha-Produktion wird zudem zu Hojicha oder Genmaicha weiterverarbeitet, was dem Geschmack des Tees meiner Meinung nach deutlich verbessert. Diese beiden Teesorten sind hierzulande allerdings leider noch recht unbekannt.