Warum Kabusecha auch als Halbschattentee bezeichnet wird

Kabusecha gilt für viele als eine Art Mischung zwischen Sencha und Gyokuro. Die bedeutet aber natürlich nicht, dass dafür die Blätter der beiden Teesorten vermischt werden – Kabusecha ist immer noch eine eigenständige Sorte.


KabusechaKabusecha Blätter

Als Kabusecha wird ein grüner Tee aus Japan bezeichnet. Die Teesträucher, welche für die Produktion dieses Tees bestimmt sind, werden dabei vor der Ernte für einige Tage von der Sonne geschützt. Dieser Vorgang verleiht dem Kabusecha ein frisches und grasiges Aroma.

mehr: Kabusecha Tee

Dieser Vergleich zielt eher auf die Tatsache ab, dass der Kabusecha in Sachen Anbau, Kultivierung und Ernte genau zwischen diesen beiden Teesorten steht und somit in gewisser Weise weder Fisch noch Fleisch ist.

Eine andere Eigenschaft des Kabusechas, welche diesen Sachverhalt ebenfalls darstellt, ist dessen Einordnung unter der Kategorie „Halbschattentee“. Damit steht die Sorte wieder zwischen Gyokuro, dem vollwertigem Schattentee, und dem Sencha, welcher nicht überschattet wird.

Um zu verstehen, wieso der Kabusecha auf diese Weise klassifiziert wird, muss man wissen wie der Anbau von Tee in Japan funktioniert.

Japanische Teegärten

In Japan unterscheidet man prinzipiell zwischen 2 Arten von Teegärten. Die häufigsten davon sind die sogenannten „roten-en(露天園).

Die „roten-en“ – offene Teegärten

„Roten-en“, die japanische Bezeichnung für offene Teegärten, lässt sich am besten als „Teegarten unter freiem Himmel“ übersetzten. Damit ist gemeint, dass die darauf wachsenden Teesträucher das ganze Jahr über der Sonne ausgesetzt und somit nicht abgedeckt werden.

In diesen Gärten werden die gewöhnlichen und oft eher unspektakulären Alltagstees, wie Sencha und Bancha geerntet, welche in der Regel über eine niedrigere Qualität verfügen.

Neben diesen offenen Plantagen gibt es aber wie bereits erwähnt noch eine weitere Form der Teegärten. Diese werden als „oishita-en“ bezeichnet.

Die „oishita-en“ – bedeckte Teegärten

Die japanische Bezeichnung „oishita-en (覆下園) lässt sich am treffendsten als „Abgedeckter Teegarten“ übersetzen. Damit ist gemeint, dass die auf diesen Gärten wachsenden Teesträucher vor der Ernte mit Bambusmatten oder mit Netzen abgedeckt werden. Auf diese Weise wird die Sonneneinstrahlung reduziert, was die Zusammensetzung der Inhaltstoffe in den Teeblättern stark beeinflusst.

In diesen Gärten können daher die Teesorten mit hoher Qualität, wie Gyokuro und Tencha, geerntet werden. Für diese werden später oft Höchstpreise geboten.

Auch Sencha lässt sich prinzipiell diesen besonderen Plantagen zuordnen. Allerdings werden die Sträucher, die für Kabusecha bestimmt sind, auf eine etwas andere Art abgedeckt:

Was den Kabusecha besonders macht

Während nämlich auf den „oishita-en“ für gewöhnlich die gesamte Plantage auf einmal mit großen Bambusmatten abgedeckt wird, umhüllt man beim Kabusecha die einzelnen Teesträucher mehr oder weniger separat mit kleineren Netzen.

Diese so genannten „Kabuse“ werden dabei von Hand aufgelegt und lassen ungefähr die Hälfte des Sonnenlichts durch. Dadurch auch die Einordnung des Tees als Halbschattentee!

Bei der gewöhnlichen Abdeckung mit Bambusmatten werden nämlich nicht nur 50, sondern etwa 80 bis 90 Prozent des Sonnenlichts abgefangen. Dies wird beim Kabusecha nicht gemacht, da man hier durch die Abdeckung lediglich jene Lichtverhältnisse nachbilden möchte, denen der Teestrauch in der freien Natur ausgesetzt wäre.

Fazit

Der Bezeichnung Halbschattentee lässt sich somit auf die verwendete Abdeckung zurückführen. Die Behauptung, dass Kabusecha aufgrund der kürzeren Abdeckungsphase (nur 7 bis 10 Tage) so bezeichnet wird ist also falsch.

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