Kukicha Tee

Der Kukicha Tee ist relativ ungewöhnlich – besteht er doch zum größten Teil aus den Stängeln und den Blattrippen der Teepflanze. Doch trotz der Verwendung dieser eher niedrigen Blattqualität, bietet dieser Tee oft einen sehr guten Geschmack zu einem im Vergleich recht günstigen Preis.


Name:Kukicha (茎茶)

Anbaugebiet:Japan

Erntezeit:April bis Juni

Geschmack:mild, fruchtig und etwas sahnig

Qualität:teilweise hochwertig

Zubereitung:1 Teelöffel pro Tasse bei 60 – 80° Celsius heißem Wasser

Ziehzeit:1 bis 2 Minuten

Tassenfarbe:gelb bis grün


Der Kukicha ist ein grüner Tee aus Japan. Dieser ist relativ ungewöhnlich, da er zu einem großen Teil aus den Stängeln, den Blattrippen und anderen selten benutzen Teilen der Teepflanze besteht. Die Bestandteile wurden dabei im Laufe des Verarbeitungsprozesses von anderen Teesorten, wie Gyokuro und Sencha, aussortiert und in diesem Tee wiederverwendet.

Dieser Eigenart verdankt der Kukicha auch seinen Namen. Kukicha bedeutet nämlich übersetzt soviel wie „Stängeltee“.

Der hohe Anteil an Stängeln verleiht dem Kukicha dabei einen recht milden und angenehm sahnigen Geschmack. Dieses besondere Aroma kann erzielt werden, weil die Inhaltsstoffe in den unterschiedlichen Pflanzenteilen der Teepflanze auch unterschiedlich stark angereichert sind. So werden in den Stängeln weniger Bitterstoffe und weniger Koffein gebildet, als in den Knospen oder in den normalen Blättern.

Anbau und Ernte

Wie bereits erwähnt wird dieser grüne Tee aus den Stängeln und anderen Blattteilen gemacht, welche bei der Verarbeitung zu anderen Teesorten aussortiert werden.
Darum werden für die Produktion von Kukicha logischerweise keine eigenen Teegärten unterhalten. Der Tee stammt somit meist von den Feldern der Sencha, Gyokuro und Kabusecha Ernten.

Produktion

Nach der Ernte durchlaufen die Bestandteile des Kukicha zunächst dieselben Arbeitsprozesse wie alle anderen japanischen Grüntees.
So werden die Blätter zu allererst in heißem Wasserdampf erhitzt, um die Fermentation zu stoppen. Anschließend werden diese dann maschinell gerollt und per Heißluft getrocknet. Nach dem Trocknen werden die Teeblätter gesiebt und sortiert.

Da Japaner an ihren Tee nicht nur hohe geschmackliche, sondern auch optische Anforderungen stellen, wird im „Land der aufgehenden Sonne“ darauf geachtet, dass die abgepackten Teeblätter ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Das bedeutet, dass insbesondere bei teuren, grünen Tees, die zu großen oder zu kleinen Blätter, aber auch die Stängel, Blattknospen und das übrige Pulver aussortiert werden.

Diese Teile der Teepflanze ergeben aber immer noch einen wunderbaren Tee. Daher werden Sie gesondert abgepackt und als Kukicha verkauft – so wird nichts verschwendet.

Qualität und Geschmack

Da Kukicha sich somit nicht allzu stark von den anderen japanischen Teesorten unterscheidet und im Grunde nur aus anderen Teilen derselben Ernten besteht, ähnelt er seinen „Muttertees“ meist auch in geschmacklicher und qualitativer Hinsicht – nur mit einem meist etwas milderem und cremigerem Aroma.

So schmecken manche Kukichas oft einfach wie gewöhnliche Sencha-Tees. Aber jene Tees, die von hochwertigen Sorten wie Gyokuro und Kabusecha stammen, gelten als absolut hochwertig und überzeugen auch in Sachen Aroma und Geschmack. Diese hochwertigen Stängeltees werden häufig aber auch unter dem Namen Karigane (雁ヶ音) verkauft und lassen sich dadurch leicht von den gewöhnlichen Kukichas unterscheiden.

Zubereitung

Die Zubereitung von Kukicha entspricht für gewöhnlich der des normalen Sencha. So stellt ein gestrichener Teelöffel Blattgut, welches bei knapp 80° Celsius aufgebrüht wird, einen guten Orientierungspunkt hinsichtlich der optimalen Menge an Tee dar.

Die Angaben zur optimalen Ziehzeit hingegen schwanken teilweise erheblich. Ich persönlich habe mit einer Zeit zwischen 90 und 120 Sekunden aber die besten Erfahrungen gemacht.

Prinzipiell gilt aber auch bei diesem Tee die häufig zitierte Faustregel, wonach höhere Qualitäten bei niedrigeren Temperaturen und einer etwas längeren Ziehzeit zubereitet werden sollten. Für einen richtig guten Karigane sind somit 60° Celsius ideal.

Sonstiges

Da Kukicha aus den aussortierten Teilen der Hauptees besteht, ist er in der Regel auch relativ günstig. Für all jene, die ihr Budget also schonen und dennoch nicht auf einen absolut hochwertigen Tee verzichten möchten, ist dieser Tee ein Geheimtipp – in dieser niedrigen Preisklasse bieten nur wenige andere Teesorten einen ähnlich gutes Geschmackserlebnis.

Nicht umsonst spricht man beim Kukicha oft auch vom „Gyokuro für Arme“.

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