Karigane – der hochwertige „Stängel-Tee“

Der Karigane ist ein äußerst beliebter grüner Tee aus Japan. Er wird, genau wie der Kukicha, aus Stängeln und Blättern gemacht die bei der Produktion von anderen Tees übrig bleiben – gilt allerdings als der hochwertiger.


KukichaFür die Produktion von Kukicha werden mehr Stängel als Blätter verwendet

Der Kukicha Tee ist relativ ungewöhnlich – besteht er doch zum größten Teil aus den Stängeln und den Blattrippen der Teepflanze. Doch trotz der Verwendung dieser eher niedrigen Blattqualität, bietet dieser Tee oft einen sehr guten Geschmack zu einem im Vergleich recht günstigen Preis.

mehr: Kukicha Tee

Karigane ist ein beliebter grüner Tee aus Japan, der eine Unterform des Kukichas darstellt. So wie dieser, wird auch Karigane aus jenen Teilen der Teeernte gemacht, die im Laufe des Produktionsprozesses von anderen Teesorten aussortiert werden.

In Japan werden nämlich vergleichsweise hohe Ansprüche an grüne Tees gestellt – und dies nicht nur in geschmacklicher, sondern auch in optischer Hinsicht. Daher wird im „Land der aufgehenden Sonne“ darauf geachtet, dass die einzelnen Sorten sowohl farblich, als auch größenmäßig ein möglichst einheitliches Bild ergeben.

Die gelblichen, groben Stängel, aber auch zu kleine oder zu große Blattnadeln und die Blattrippen werden daher aussortiert. Diese Teile werden nicht für hochwertige Tees verwendet.

Da man aber natürlich auch aus diesen aussortierten Bestandteilen der Teepflanze sehr guten Tee machen kann, werden diese anderweitig verwendet. Sie werden verpackt und unter der Bezeichnung Kukicha auf den Markt gebracht. Diese Bezeichnung bedeutet in etwa „Stängel-Tee“ und ist ein recht treffender Name für diese Teesorte.

Doch neben „gewöhnlichen“ Kukicha wird auch noch zwischen Karigane (雁ヶ音) und Shiraore (白折) unterschieden.

Der Unterschied zwischen Karigane und normalem Kukicha

Der Unterschied zwischen Kukicha und Karigane (bzw. Shiraore) liegt darin, dass ersterer aus eher gewöhnlichen Teesorten wie Sencha gewonnen wird.
Als Karigane hingegen wird nur jener „Stängel-Tee“ bezeichnet, der aus den hochwertigsten Grünteesorten besteht. Die Basis für diesen Tee bilden somit vor allem die berühmten japanischen Schattentees wie Gyokuro und Kabusecha (manchmal aber auch hochwertige Senchas). Diesem Umstand verdankt der Karigane auch seinem Spitzname als „Gyokuro für Arme“.

Karigane – der „Gyokuro für Arme“

Karigane besteht, wie bereits erwähnt, hauptsächlich aus Ausschussware, welche für die Produktion von Gyokuro nicht gebraucht werden kann. Diese aussortierten Teile sind dadurch natürlich etwas günstiger als die feinen und gleichmäßigen Nadelspitzen.

Das Aussortieren der Stängel und Blattrippen hat aber eher ästhetische Gründe. In geschmacklicher Hinsicht sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Blattteilen meist zu vernachlässigen. Damit erhält man beim Kauf eines Kariganes oder Shiraores den köstlichen Geschmack des Gyokuros zu einem deutlich günstigeren Preis.

Daher ist diese Teesorte ein Geheimtipp für all jene, die auf den Genuss der japanischen Luxus-Tees nicht verzichten, dafür aber nicht allzu viel Geld ausgeben wollen.

Gute Kariganes erkennen

Gute Kariganes in hoher Qualität stammen, wie bereits beschrieben in der Regel von Gyokuro und Kabusecha Ernten. Wer beim Kauf dieses grünen Tees auf einen guten Geschmack Wert legt, sollte nicht nur auf die Bezeichnung des Tees achten:

Denn auch innerhalb der Kariganes gibt es oft große Unterschiede im Geschmack. Diese ergeben sich häufig durch ein schlechtes und unausgewogenes Mischverhältnis zwischen den einzelnen Bestandteilen.

Beim Kauf eines solchen grünen Tees sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass das Verhältnis zwischen den großen, zu Nadeln gerollten Blättern, den groben Stängeln und den kleinen Blattteilchen ausgewogen und harmonisch ist. Die Stängel sollten hierbei nicht mehr als ein Drittel der Gesamtmenge ausmachen.

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