Sencha Tee

Sencha gilt als der beliebteste Tee Japans und nimmt knapp dreiviertel des Volumens der dortigen Teeproduktion ein. Der milde und grasige Geschmack der Sorte ist vor allem bei Anfängern sehr beliebt und bietet den perfekten Ausgangspunkt für die Erkundung der Vielfalt des japanischen Grüntees.


Name:Sencha (煎茶)

Anbaugebiet:Japan

Erntezeit:April bis Mai

Geschmack:sehr mild und grasig

Qualität:Sehr Gut bis Gut – stark vom Anbaugebiet und dem Zeitpunkt der Ernte abhängig

Zubereitung:Ein gestrichener Teelöffel pro Tasse bei 60° bis 80° Celsius

Ziehzeit:1 bis 2 Minuten

Tassenfarbe:grün bis gelblich


Wenn man vom typischen japanischen Tee spricht ist meist die Rede vom Sencha. Dieser grasig schmeckende grüne Tee gilt als Alltagstee des Japaners und nimmt fast dreiviertel der jährlichen Teeproduktion im „Land der aufgehenden Sonne“ ein. Serviert und getrunken wird der Sencha zu allen erdenklichen Anlässen, was leider auch ein Beleg für die Vielfalt der erhältlichen Qualitäten ist.

So ist der größte Teil der Produktion dieser Teesorte eher dem unteren Preissegment zuzuordnen und wird oft als Tee zum Essen gereicht. Richtig gute Senchas, welche sehr hohe Preise auf Auktionen erzielen können, werden hingegen meist nur bei besonderen Anlässen serviert.

Sencha – einer der beliebtesten Grünen Tees im Detail

Der Name Sencha lässt sich in die zwei Silben „Sen“ (Dampf) und „Cha“ (Tee) trennen. Das heißt, dass sich dieser Tee als gedampfter Tee übersetzen lässt. Anahnd des Namens kann man also direkt auf das Produktionsverfahren des Tees schließen – mehr dazu finden Sie aber weiter unten.

Anbau und Ernte

Sencha wird in jeder teeerzeugenden Präfektur Japans angebaut. Das bedeutet, dass sich teils gravierende Unterschiede bezüglich der Erntezeit ergeben. So kann dieser grüne Tee in manchen wärmeren Regionen bereits im April gepflückt werden, wohingegen die erste Ernte in den kälteren Gegenden klimatisch bedingt erst ein paar Wochen später stattfinden kann.

Der Sencha gehört, anders als so manche andere der japanischen Grünteesorten (Beispiele wären Gyokuro und Tencha), nicht zu den sogenannten Halbschatten- oder Schattentees. Das heißt, dass er nicht auf bedeckten Feldern kultiviert wird, sondern auf offenen Anbaufeldern bis zur Ernte der Sonne ausgesetzt bleibt. Dies führt zu im Vergleich drastisch höheren Bitterstoffwerten und zu einem niedrigeren Chlorophyll-Gehalt des Tees.

Produktion

Wie bereits in der Einleitung erwähnt kann man beim Sencha direkt vom Namen des Tees auf das zugrunde liegende Produktionsverfahren schließen. Der Name „Dampftee“ oder „gedämpfter Tee“ bedeutet, dass die Blätter nach dem Pflücken nicht – wie in China üblich – geröstet werden. In Japan stoppt man den Oxidationsprozess der Teeblätter nämlich für gewöhnlich durch das Erhitzen in heißem Wasserdampf. Die Teeblätter werden durch das Dämpfen somit „konserviert“.

Qualität und Geschmack

Die Breite an erhältlichen Qualitäten ist beim Sencha Tee relativ weit gestreut. So können, je nach Erntezeitpunkt (die ersten Pflückungen im Frühjahr sind die Besten) und Anbaugebiet absolute Spitzenqualitäten, die zu Höchstpreisen verkauft werden, produziert werden. Oft unterscheidet sich dieser grüne Tee aber auch nicht von einem gewöhnlichen Bancha und taugt lediglich als Alltagstee.

Dank des enormen Produktionsvolumens kann man aber auch geschmacklich beim Sencha Tee teilweise recht große Unterschiede feststellen. In der Regel überzeugt der Tee aber mit einem milden, sehr grasigen Aroma und einem feinen Anklang von Kräutern, sowie einer leichten Süße.

Zubereitung

Zubereitet wird Sencha, wie die meisten der anderen japanischen Grüntees auch, mit 60° bis 80° Celsius heißem Wasser. Hierbei gilt, dass die Wassertemperatur bei hohen Qualitäten niedriger sein sollte, als bei günstigerem Tee.

Die optimale Ziehdauer liegt je nach Sorte und Qualität irgendwo zwischen einer und zwei Minuten.

Sonstiges

Wie bereits erwähnt wird die höchste Qualität beim Sencha – ähnlich wie bei den meisten anderen Teesorten auch – bei der ersten Pflückung erzielt. Diese Tees werden oft als sogenannte „Shincha-Tees“ (新茶 – japanisch für „neuer Tee“) bezeichnet und sind in Japan oft bereits im Mai ausverkauft. Falls Sie eine solche Rarität günstig ersteigern können, sollten Sie die Chance somit auf jeden Fall nutzen!