Anbau, Ernte und Verarbeitung von Sencha

Sencha Tee gilt als beliebtester Tee Japans und ist bei unerfahrenen Teetrinkern aufgrund seines milden und unverfänglichen Geschmacks sehr begehrt. Dieses leichte Aroma, das sich von andern japanischen Teesorten wie dem Gyokuro und dem Matcha stark unterscheidet, hat seinen Ursprung in denunterschiedlichen Anbaumethoden der Sorten.


SenchaSencha Blätter Blattbild

Sencha gilt als der beliebteste Tee Japans und nimmt knapp dreiviertel des Volumens der dortigen Teeproduktion ein. Der milde und grasige Geschmack der Sorte ist vor allem bei Anfängern sehr beliebt und bietet den perfekten Ausgangspunkt für die Erkundung der Vielfalt des japanischen Grüntees.

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Anbau und Ernte von Sencha

Sencha wird, was aufgrund des enormen Produktionsvolumens nicht wirklich verwunderlich ist, in allen teeerzeugenden Präfekturen Japans angebaut. Dadurch ergeben sich aufgrund der verschiedenen klimatischen Voraussetzungen naturgemäße einige Unterscheide, sowohl hinsichtlich der Erntezeiten, als auch bezüglich des Ernterhythmus.

So kann mancherorts bereit im April mit der ersten Pflückung der Blätter begonnen werden und diese dadurch bis zu fünf Mal wiederholt werden. In anderen Regionen hingegen kann die erste Ernte erst im Mai durchgeführt und folglich auch nicht so oft durchgeführt werden.

Großen Einfluss auf den unterschiedlichen Geschmack bei diesem grünen Tee haben aber in der Regel weniger die verschiedenen klimatischen Bedingungen – hauptsächlich ist der Erntezeitpunkt dafür verantwortlich.

So ist die erste Pflückung (bei uns oft als „First Flush“ bezeichnet) immer die Beste und um einiges hochwertiger als die später folgenden. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Erntedurchgängen können dabei sogar so groß sein, dass viele Teebauern auf eine zweite Pflückung von Sencha verzichten um ihren guten Namen durch schlechteren Tee nicht zu „beschmutzen“ – so verkaufen sie nur absoluten Top-Tee.

Durchgeführt wird die Pflückung in Japan, im Unterschied zu anderen Anbauregionen, auch bei den berühmtesten Farmern fast ausschließlich mechanisch und mit Hilfe modernster Maschinen.

„Besonderheiten“ beim Anbau von Sencha

Der große Unterschied zwischen Sencha und anderen japanischen Teesorten ergibt sich aber nicht aufgrund von unterschiedlichen Erntezeitpunkten oder Erntetechniken, sondern vor allem durch Unterscheide im Anbau der Teesträucher.

Während die Felder vor der Ernte von Gyokuro oder Matcha nämlich mit Planen bedeckt werden, um die Sonneneinstrahlung zu verringern, wird Sencha Tee bis zur Ernte auf offenen Feldern angebaut. Auf diesen sogenannten „roten en“ sind die Teeblätter somit immer der Sonne ausgesetzt.

Dadurch enthält Sencha einen im Vergleich relativen hohen Anteil an Catechinen und Bitterstoffen, während der Anteil an Chlorophyll niedriger ist – geschmacklich geht er somit in eine vollkommen andere Richtung als Gyokuro und andere „Edeltees“.

Zusätzlich verursacht die hohe Sonnenstrahlung aber auch einen höheren Anteil an Vitamin C und anderen Spurenelementen, welcher für den Geschmack aber nicht wirklich bedeutend ist.

Verarbeitung

Hinsichtlich der Verarbeitung hingegen unterscheidet sich der Sencha kaum von den anderen Standardvariationen des grünten Tees in Japan. Dies bedeutet, dass die gepflückten Teeblätter nicht, wie in China üblich geröstet werden um der Oxidation entgegen zu wirken. Stattdessen werden die Blätter in heißem Dampf erhitzt.

Anschließend wird der Tee mit Maschinen „in Form gebracht“. Dies sorgt dafür, dass die Zellwände aufbrechen und sich das Aroma besser entfalten kann. Später werden die Blätter des Tees noch per Heißluft getrocknet und anschließend verpackt.